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Schlaf beim Pferd
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Schlaf beim Pferd - Warum Haltung und Umfeld entscheidend sind

Nur wenn Pferde ausreichend und qualitativ gut schlafen, können sich Körper und Nervensystem regenerieren. Dennoch wird das Thema „Schlaf beim Pferd“ in der täglichen Haltung oft unterschätzt. Dabei lassen sich mit gezielten Anpassungen im Stall und im Umfeld entscheidende Verbesserungen erzielen.

Pferde verbringen den Großteil ihrer Ruhezeit im Stehen

Diese sogenannte Dösphase ermöglicht Entspannung, ersetzt jedoch keinen Tiefschlaf. Die für die vollständige Erholung notwendige Tiefschlafphase erreichen Pferde ausschließlich im Liegen. 

Bleibt diese Phase aus, kann es langfristig zu 

  • Erschöpfung
  • Stress
  • Konzentrationsmangel und 
  • gesundheitlichen Problemen
    kommen. 

Damit sich ein Pferd hinlegt, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • Ein weicher und trockener Untergrund
  • Rutschfestigkeit für das Ablegen und Aufstehen 
  • eine geeignete Umgebung
  • Sicherheit
Pferde ruhen gemeinsam

Liegekomfort beginnt beim Boden 

Ein zentraler Faktor für den Schlaf beim Pferd ist der Boden. Dieser sollte eine weiche, trockene und hygienische Liegefläche bieten. Im Offenstall oder auf der Weide sollten genug trockene Liegeflächen vorhanden sein. Insbesondere bei anhaltender Bodennässe legen sich Pferde oftmals nicht mehr gerne ab. 

Auch in der der Pferdebox zeigt sich häufig ein Problem: Viele Pferde scharren oder schieben die Einstreu zur Seite und liegen dann direkt auf hartem oder glattem Untergrund. Gerade ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Pferde legen sich unter solchen Bedingungen kaum noch ab. Zeitler-Feicht (2008b) beschreibt, dass Pferde mit unsicherem Halt das Risiko des Aufstehens meiden – mit der Folge, dass sie auf den wichtigen Tiefschlaf verzichten. Rutschfeste Untergründe wie Stallmatten oder Gummimatten können hier entscheidend unterstützen. Sie bieten sicheren Halt beim Abliegen und Aufstehen und ermöglichen es auch älteren Pferden, sich wieder regelmäßig hinzulegen. Rückmeldungen aus der Praxis bestätigen diesen Effekt immer wieder.

Einstreu, Matratzen und ihre Grenzen 

Früher wurde häufig mit sogenannten Mistmatratzen gearbeitet, um eine dauerhaft weiche Liegefläche zu schaffen. Diese Lösung bringt jedoch Nachteile mit sich: Hohe Ammoniakbelastung, Feuchtigkeit und Schimmelbildung können die Stallluft verschlechtern und die Hufgesundheit beeinträchtigen. Feuchte oder verschmutzte Einstreu fördert zudem das Wachstum von Keimen und sorgt für unangenehme Gerüche.
Ein trockener, isolierender Untergrund ist für den Schlaf beim Pferd oft wichtiger als maximale Weichheit. Das zeigt auch eine Untersuchung von Pirkelmann (2008): Pferde wählen bei freier Auswahl lieber trockene als besonders weiche Untergründe. Genau hier liegt der Vorteil von EVA-Material – es ist formbar, trittfest und bleibt trocken. In Kombination mit einer Einstreu kann so maximaler Komfort erreicht werden.

Temperatur und Isolation – ein unterschätzter Einfluss 

Ein kalter oder nasser Boden kann das Schlafverhalten eines Pferdes deutlich beeinträchtigen. Viele Pferde vermeiden unter solchen Bedingungen das Abliegen oder bleiben nur kurz im Liegen. Zwar schützt ein dichtes Winterfell grundsätzlich vor Kälte und Nässe, doch kann Feuchtigkeit die natürliche Fellbarriere durchdringen und den isolierenden Effekt mindern. Besonders ältere Pferde oder Tiere mit Gelenkerkrankungen wie Arthrose profitieren von einem wärmeisolierenden, gleichmäßig temperierten Untergrund, der das Ablegen und Aufstehen erleichtert. Wärmeisolierende Stallmatten aus EVA unterbrechen diese Kältebrücke und schaffen – im Gegensatz zu herkömmlichen Gummimatten – bessere Voraussetzungen für einen erholsamen Schlaf beim Pferd.

Narkolepsie – wenn Schlafmangel sichtbar wird 

Dank moderner Stallkameras wird das Ruheverhalten von Pferden heute genauer beobachtet als früher. Dabei fällt ein Phänomen immer häufiger auf: die sogenannte Narkolepsie. Darunter versteht man ein plötzliches Einsacken oder Wegknicken des Pferdes im Stehen, meist während kurzer Ruhephasen. Nicht immer liegen neurologische oder gesundheitliche Ursachen zugrunde. In vielen Fällen steht dieses Verhalten im Zusammenhang mit chronischem Schlafmangel. Kann ein Pferd sich über längere Zeit nicht hinlegen und keine Tiefschlafphase erreichen, holt sich der Körper diese Erholung unkontrolliert im Stehen – mit potenziell gefährlichen Folgen. Als Fluchttiere müssen Pferde auch im Schlaf das Gefühl haben, jederzeit schnell aufstehen zu können. 

Schlaf beim Pferd Pferd liegt

Beobachten, verstehen, anpassen 

Jedes Pferd hat individuelle Bedürfnisse. Deshalb lohnt es sich, das eigene Pferd genau zu beobachten: Legt es sich regelmäßig hin? Liegt es vollständig auf der Seite? Wie oft und wie lange schläft es im Liegen? Kameraaufzeichnungen können hier wertvolle Hinweise liefern. Sie zeigen objektiv, ob und wie das Pferd in die notwendige Tiefschlafphase kommt – und ob Anpassungen in Haltung, Boden oder Umfeld sinnvoll sind. 

 Fazit: 

Guter Schlaf ist kein Zufall, sondern das Ergebnis durchdachter Haltung. 

Ein sicherer, trockener und isolierender Untergrund, eine ruhige Umgebung und ein stabiles soziales Gefüge sind entscheidend dafür, ob ein Pferd sich ablegt und regenerieren kann. Wer den Schlaf beim Pferd verbessert, investiert direkt in Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden – unabhängig von Alter oder Nutzung des Pferdes.

Schlaf beim Pferd Pferd doest

PIRKELMANN, H. (2008): Haltungsverfahren und Bau von Reitanlagen. In H. Pirkelmann, L. Ahlswede & M. Zeitler-Feicht (Hrsg.): Pferdehaltung (55-140). Stuttgart. Verlag Eugen Ulmer KG

ZEITLER-FEICHT, M. H. (2008b): Pferdeverhalten. In H. Pirkelmann, L. Ahlswede & M. H. Zeitler-Feicht (Hrsg.): Pferdehaltung (9-53). Stuttgart. Eugen Ulmer KG

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