Weidezeit ade - Fütterung von Raufutter
Noch können unsere Pferde den goldenen Herbst in vollen Zügen auf den Weiden genießen. Doch leider ist dies schon bald nicht mehr möglich, denn während der Winterzeit ist in vielen Reitbetrieben die Weidezeit vorüber. Somit stehen Pferdehalter und Pferdebesitzer vor der Herausforderung, eine artgerechte Pferdehaltung auch in dieser Jahreszeit zu gewährleisten.
Ein Wildpferd würde in der freien Natur etwa 14-16 Stunden grasen und sich dabei stetig fortbewegen. In der Sommerzeit wird dies zu einem Teil durch den Weidegang ermöglicht. Doch sobald im Winter die Weidesaison vorbei ist, wird diese natürliche Verhaltensweise des Pferdes eingeschränkt.

Im Regelfall wird die Fütterung auf 2-3 Malzeiten pro Tag verteilt wo die Menge des Kraftfutters vorherrschend ist. Die Folgen sind extrem kurze Fresszeiten mit weniger als 5 Stunden pro Tag. Doch da der empfindliche Verdauungstrakt des Pferdes von seiner Konstitution her nicht dafür gemacht ist, große Portionen auf einmal zu verdauen, sind viele kleine Portionen über den Tag verteilt besser geeignet. Somit wird auch eine Überfüllung des verhältnismäßig kleinen Magens vermieden.

Aufgrund des natürlichen Fressverhaltens der Pferde über einen längeren Zeitraum wird im Pferdemagen stetig Magensäure produziert. Befindet sich der durch Speichel und Kauen erzeugte Nahrungsbrei im Magen, wird die Säure neutralisiert.

Die Problematik entsteht, sobald das Pferd über einen längeren Zeitraum nichts fressen kann, da die Magensäure weiterhin produziert wird. Die Säure kann die Magenschleimhaut angreifen. Im schlimmsten Fall können dadurch Magengeschwüre hervorgerufen werden. Auch der Darm ist auf eine regelmäßige Zuführung von Raufaser zur Gesunderhaltung der Darmbakterien angewiesen.

Zudem kommt, dass in der reinen Boxenhaltung die Bewegungsmöglichkeit arg eingeschränkt wird. Da das Pferd seinen natürlichen Bedürfnissen nicht mehr nachgehen kann, entsteht oft Langeweile. Das kann wiederum zu stereotypischen Verhaltensweisen wie z.B. Koppen und Weben oder das Treten gegen die Boxenwand führen. Doch auch für die Pferde, die in der Winterzeit draußen z.B. in einem Offenstall stehen, ist eine erhöhte Raufutterfütterung unerlässlich.

Die Fütterung von Raufutter in ausreichender Menge und über einen möglichst langen Zeitraum ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit unserer Pferde außerordentlich wichtig. Zudem steigt in der kalten Jahreszeit der Nähstoffbedarf von Ponys und Pferden an, so dass die Futterration erhöht werden muss. Als Mindestmenge rechnet man mit 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht pro Tag zuzüglich Stroh zur freien Verfügung. Um den erhöhten Energiebedarf zu decken, kann man auch hochwertige kaltgepresste Öle in der Fütterung einsetzen.

Kauen kann Abhilfe gegen Langeweile schaffen! Ausgiebige Kautätigkeit ähnelt dem natürlichen Fressverhalten des Pferdes und dient somit als Beschäftigungstherapie. Um 1 kg faserreiches Raufutter zu fressen, benötigt ein Pferd 4-mal so lange wie bei 1 kg Pelletiertes Futter. So kann Langeweile und das Risiko für Magengeschwür vermindert werden.

Wenn ihr Pferd in den Wintermonaten für einzelne Stunden auf einen Paddock darf, können Sie auch hier Langeweile vorbeugen, indem Sie an verschiedene stellen kleinere Heumengen verteilen, so dass es von einem Ort zum anderen wandern muss.

Aber jeder Pferdehalter kennt das Problem: Sowohl bei der Boxenhaltung als auch bei der Gruppenhaltung im Lauf- oder Offenstall ist die artgerechte Fütterung von Raufutter nicht immer einfach.
  • Ein Großteil des Raufutters wird auf dem Boden zertreten
  • Verfressene und leichtfuttrige Pferde schlingen Heu und Silage herunter, womit die Gefahr von Fettleibigkeit, Koliken, Reheschüben, Verstopfung usw. entsteht
  • Hoher Arbeitsaufwand wird benötigt, um die Versorgung mit Raufutter ganztägig zu gewährleisten

Vorteile der engmaschige Heunetze

Der Einsatz von Heunetzen in der Pferdehaltung kann verschiedene Vorteile haben. In der Praxis hat sich der Einsatz von engmaschigen Heunetzen mit einer Maschenweite von ca. 45 mm bewährt. Das Pferd muss sich die Halme durch die engen Maschen erarbeiten. Daraus resultiert eine doppelt so lange Fresszeit als wenn das Heu lose auf dem Boden gefüttert wird. Somit ist der Einsatz verdauungsfördernt und vertreibt Langeweile.

Ein weiterer Vorteil ist die geringere Verschwendung, weil kaum Heu auf dem Boden zertreten werden kann. Somit hält auch der Futtervorrat deutlich länger. Der Pferdehalter profitiert von dem geringeren Arbeitsaufwand, da das Netz nicht so häufig nachgefüllt werden muss.

Der Praxistest der TU München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt in 85350 Freilassing bestätigt:

"Abschließend kann aufgrund dieser Untersuchung festgestellt werden, dass das engmaschige Heunetz eine praktikable und empfehlenswerte Lösung darstellt, um für eine artgerechte Pferdefütterung die Fresszeit zu verlängern". Bitte beachten sie, dass die Netze hoch genug aufgehängt werden, damit die Pferde nicht hineintreten.

Bei der Gruppenhaltung im Lauf- oder Offenstall ist der Einsatz von Futterraufen empfehlenswert. Eine gute Lösung ist die Kombination aus Raufe und Heunetz, wie bei unserer DURO-Raufe. So können mehrere Pferde gleichzeitig fressen und die engen Maschen des Netzes erzielen dieselbe Wirkung wie bei den engmaschigen Heunetzen.

Wer lieber auf eine feste Konstruktion als auf ein Netz zurückgreifen möchte, für den eignen sich diverse Heuraufen, welche an die Wand montiert werden können.

Für Pferdegruppen sind Rundraufen und Viereckraufen bestens geeignet. Beide eignen sich für Normal- und Rundballen sowie für loses Heu. Durch Palisaden abgetrennte Fressplätze bieten rangniedrigen Pferden etwas Schutz und verhindern, dass sie von den ranghöheren Pferden einfach vertrieben werden können. Die Viereckheuraufen sind auch mit Dach erhältlich, so dass das Raufutter auch bei schlechter Witterung trocken bleibt. Es besteht auch die Möglichkeit, eine der gängigen Rund- und Viereckraufen mit einem Futtersparnetz nachzurüsten. Das Netz wird über die Heu- oder Silageballen gespannt und mit einem Expanderseil sicher befestigt.

Achtung bei Stauballergie!

Viele Pferde reagieren sensibel und allergisch auf im Heu vorhandenen Staub sowie Milben und Pilze. Durch das Befeuchten der Ballen werden die Allergene aus dem Heu gewaschen, so dass auch vorbelastete Pferde unbeschwert ihre Raufutterration genießen können. Bei kleinen Heumengen ist dies noch im Heunetz zu gewährleisten.

Doch diese Prozedur kann bei größeren Futtermengen kaum angewendet werden. Abhilfe können hier Heubefeuchter leisten. In den großen Wannen können schnell und einfach ganze Ballen befeuchtet werden. Somit wird auch die Fütterung von angefeuchtetem Heu für ganze Stallanlagen ermöglicht.

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