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Weidesaison vorbei
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Wann ist die Weidesaison für Pferde vorbei? 

Die Weidesaison endet nicht automatisch im Oktober. Witterung, Futterangebot, Bodenverhältnisse, Schutzmöglichkeiten und die Bedürfnisse der Pferde bestimmen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Auch der schönste Paddock kann mit einer Weide kaum mithalten.

Weite Flächen, viel Bewegung, Herdenhaltung und ein vielfältiges Angebot aus Gräsern, Kräutern, Bäumen und Sträuchern machen die Weide für viele Pferde zur idealen Haltungsform.

Doch irgendwann neigt sich die Weidesaison dem Ende zu. Wann ist der richtige Zeitpunkt, die Pferde von der Weide zu nehmen?

Die zwei entscheidenden Faktoren

Pferdegesundheit

Das Wohlbefinden und die Gesundheit der Pferde stehen an erster Stelle.

Zustand der Weide

Die Fläche muss ausreichend Futter, tragfähige Böden und geeignete Schutzmöglichkeiten bieten.

Manche Stallbetreiber orientieren sich am Kalender und beenden die Weidesaison beispielsweise im Oktober. Andere machen den Zeitpunkt von der Witterung, dem Futterangebot, den Bodenverhältnissen oder dem Baumbestand abhängig. Auch die Haltungsform spielt eine entscheidende Rolle: Pferde, die 24 Stunden auf der Weide verbringen, benötigen eine andere Handhabung als Pferde, die nur tagsüber draußen sind und nachts in ihre Box kommen.

Bietet die Weide noch ausreichend Futter?

Im Herbst wächst das Gras deutlich langsamer. Je nach Witterung kann das Wachstum nahezu zum Erliegen kommen. Besonders problematisch wird es, wenn die Pferde die Grasnarbe immer weiter herunterfressen. Was auf den ersten Blick nach einer guten „Futterkontrolle“ aussieht, kann für stoffwechselempfindliche Pferde sogar ungünstig sein.

! Kurzes, stark abgeweidetes Gras ist keineswegs zuckerärmer.
Gräser können gerade bei Wachstumsstress – beispielsweise nach kalten Nächten, Frost, Trockenheit oder starkem Verbiss – vermehrt Fruktane und andere lösliche Kohlenhydrate einlagern. Im Herbst können sonnige Tage und kalte Nächte deshalb eine ungünstige Kombination darstellen.

Weidezeit vorbei Futterangebot

Eine zusätzliche Versorgung mit Heu kann helfen, die Raufutterversorgung sicherzustellen und den Druck von der Weide zu nehmen.


Hofmeister Weidezelte_mobile

Bäume und ausreichend Schutz vor Witterung?

Bäume und Hecken bieten den Pferden Schutz vor Sonne, Wind und Niederschlag. Im Herbst verliert sich dieser natürliche Schutz jedoch zunehmend, wenn das Laub fällt. Deshalb sollte geprüft werden: 

  • Gibt es noch ausreichend Blattwerk? 
  • Sind natürliche Wind- und Wetterschutzmöglichkeiten vorhanden? 
  • Oder stehen zusätzlich Unterstände oder Weidehütten zur Verfügung? 

Gerade bei einer 24/7 Weidehaltung sollte Schutz vor schlechtem Wetter gewährleistet sein und trockene Liegeflächen vorhanden sein.


Der Zustand der Weide

Mindestens genauso wichtig wie das Futterangebot ist der Zustand der Weidefläche. Trockene, tragfähige Böden sind auch im Herbst kein Problem. Wird die Fläche jedoch dauerhaft nass, verändert sich die Situation. Durch Regen, Hufe und hohe Besatzdichten kann die Grasnarbe zunehmend zerstört werden. Besonders stark beanspruchte Bereiche rund um Tore, Tränken und Unterstände werden schnell zu Matschflächen. Das ist nicht nur für die Pferde unangenehm. 

Eine stark zertrampelte und verdichtete Weide braucht lange, um sich zu regenerieren. 

Die Grasnarbe kann Lücken bekommen, wertvolle Futtergräser werden zurückgedrängt und unerwünschte Pflanzen können sich leichter ausbreiten. Im Frühjahr kann unter Umständen sogar eine Nachsaat notwendig werden. Spätestens wenn die Weide dauerhaft nass und matschig ist, sollte deshalb über einen Wechsel auf Paddock oder Auslauf nachgedacht werden.

Weidesaison matschige Weide

Vorsicht bei zu wenig Futter

Wenn das natürliche Futterangebot knapp wird, kann sich das Fressverhalten der Pferde verändern. Grundsätzlich besitzen Pferde ein erstaunlich gutes Selektionsvermögen. Sie meiden Pflanzen, die ihnen nicht bekommen. Darauf sollte man sich allerdings nicht blind verlassen. 

! Bei starkem Futterdruck können auch Pflanzen aufgenommen werden, die unter normalen Bedingungen gemieden werden. Besondere Vorsicht gilt deshalb bei Eicheln, größeren Mengen Laub und natürlich bei bekannten Giftpflanzen. Bäume und Sträucher auf der Weide sollten daher im Herbst noch einmal kritisch kontrolliert werden.



Weidezeit Regen Herbst

Dauerregen und Frost sind meist das "Aus" 

Es gibt meistens den einen Tag, an dem plötzlich feststeht: „Heute ist die Weidesaison vorbei.“ Es lohnt sich aber auch, die Veränderungen aufmerksam zu beobachten: 

  • Wird das Gras sichtbar weniger? 
  • Ist die Grasnarbe bereits sehr kurz abgefressen? 
  • Wird der Boden dauerhaft nass und matschig? 
  • Sind ausreichend trockene Liegeflächen vorhanden? 
  • Gibt es noch Schutz vor Wind und Wetter? 
  • Steht ausreichend Futter zur Verfügung? 
  • Wie reagieren die einzelnen Pferde auf die Witterung? 
  • Befinden sich stoffwechselgefährdete Pferde in der Gruppe?

Manchmal zeigen es die Pferde selbst

Und dann gibt es noch einen Faktor, den man nicht unterschätzen sollte: die Pferde selbst.
Nicht jedes Pferd möchte bei Dauerregen, kaltem Wind und matschigem Untergrund stundenlang auf der Weide stehen. Wenn die Alternative ein trockener Paddock mit Raufutter ist, kann der Wechsel in die Winterhaltung auch wohligen Komfort bedeuten. Die Weidesaison muss deshalb nicht möglichst lange ausgereizt werden. 

FAZIT

Eine gute Weideführung bedeutet auch, eine Weide rechtzeitig zu schonen. Der richtige Zeitpunkt zum Einstallen ist letztlich eine individuelle Entscheidung – und ein Zusammenspiel aus Witterung, Futterangebot, Boden, Pflanzenbestand, Haltungsform und den Bedürfnissen der einzelnen Pferde.

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