Kandaren
Über Kandaren
Kandaren – für erfahrene Reiter und feine Hilfengebung auf hohem Niveau
Die Kandare gehört zur klassischen Reitausrüstung im gehobenen Dressursport. Sie ermöglicht eine besonders präzise und differenzierte Kommunikation zwischen Reiterhand und Pferdemaul – vorausgesetzt, sie wird korrekt eingesetzt. Dabei handelt es sich bei einem Kandarenzaum um eine spezielle Zäumung, die aus zwei Gebissen (Stange und Unterlegtrense) sowie zwei Zügelpaaren besteht. Diese doppelte Verbindung erlaubt eine feine Abstimmung der Hilfen, setzt jedoch eine erfahrene, ruhige Reiterhand und einen ausbalancierten Sitz voraus.Aufbau und Wirkung eines Kandarenzaums
Ein Kandarenzaum besteht grundsätzlich aus einem klassischen Trensenzaum, der um zwei zusätzliche Backenstücke erweitert wird. Damit lassen sich sowohl die Kandarenstange als auch die Unterlegtrense parallel verschnallen. Häufig wird die Kandarenzäumung mit einem englischen oder schwedischen Reithalfter kombiniert. Wichtig ist dabei stets die korrekte Anpassung: Nur wenn die Zäumung passgenau sitzt, kann sie gleichmäßig wirken und dem Pferd ein angenehmes Tragegefühl bieten. Die Kandarenstange wirkt durch ihre Hebelwirkung deutlich intensiver auf das Pferdemaul ein als eine einfache Trense. Die Unterlegtrense sorgt dabei für eine zusätzliche Möglichkeit der differenzierten Hilfengebung. Damit Pferd und Reiter harmonisch miteinander kommunizieren können, ist Fingerspitzengefühl gefragt – eine grobe oder unruhige Hand widerspricht dem Anspruch an eine präzise, feinfühlige Kandarenführung und kann dem Pferd erheblichen Stress bereiten.Für welchen Einsatz ist die Kandare geeignet?
Kandarenzäume kommen in der Regel in der Dressur ab der Klasse L** zum Einsatz. Die Umstellung von Trense auf Kandare erfordert vom Pferd Geduld und Gewöhnung – denn es muss lernen, mit zwei Gebissen gleichzeitig zu arbeiten. Auch der Reiter sollte sicher im Umgang mit zwei Zügelpaaren sein und die verschiedenen Wirkungen der Kandaren- und Trensenzügel bewusst einsetzen können.Besonders wichtig ist dabei die korrekte Verschnallung: Ein zu enges Reithalfter kann die Atmung und die Beweglichkeit im Kiefer einschränken und dem Pferd Unbehagen verursachen.